Zimboland Flugsafari

Zimboland Flugsafari

Zimboland Safari Map Simbabwe ist ohne Zweifel der landschaftlich schönste und vielfältigste Fleck den man im südlichen Afrika findet. Obwohl Simbabwe in Landfläche gemessen größer als Deutschland ist, ist es bei afrikanischen Maßstäben ein eher kleines Land. Der grüne Limpopo und der mächtige Sambesi bilden die jeweilige Süd und Nordgrenze, und dazwischen liegt ein Kaleidoskop von Landschaften das seinesgleichen sucht.

Es ist für viele verwunderlich wie sehr wir SkyAfricaner von Simbabwe schwärmen, aber einige von uns haben da früher mal gelebt, gearbeitet und wissen noch von Plätzen die sonst keiner mehr kennt und die schon lange nicht mehr auf dem Tourismusatlas stehen.

Natürlich hat das Land unter Robert Mugabe und seine politischen Machenschaften schwer gelitten, und viele Jahre war es kaum möglich das Land fliegerisch zu bereisen. Aber seit 2 Jahren gibt es wieder Avgas, Hotels und Lodges werden wieder gebaut und bewirtschaftet, und auch die Ein- und Ausreise geht wieder problemlos und korrekt über die Bühne. Man braucht zwar etwas Know-how und ein paar Kontakte, aber wir können wieder hin nach Simbabwe. Ein Simbabwe, wo man von donnernden Wasserfällen umgeben ist. Ein Simbabwe, wo man von strahlenden Gesichtern begrüßt wird. Ein Simbabwe voller Schönheit, Abenteuer und Freiheit – und wir freuen uns immer wenn wir dieses Simbabwe unseren Kunden näher bringen können.

So war es auch im August 2014 als wir mit drei Flugzeugen und 7 Personen unsere beliebte Zimboland Safari starteten. Teil der Partie waren Reinhold und Partnerin Isolde, Vater und Sohn Team Helmut und Henrik, sowie Isoldes Schwester Gisela.

Ein Highlight zu Beginn der Tour war die Verteilung der Sitzplätze. Klar war, dass per Flugzeug mindestens 1 Pilot vorhanden sein sollte. Klar war auch, dass keiner alleine fliegen wollte, und so setzte sich Isolde zu Karl und Erika ins die Piper Dakota und Reinhold zum Helmut in die 182er. Gisela traf einen Tag später in Südafrika ein, und wir erklärten ihr, dass sie sich ein Flugzeug mit Henrik teilen würde, der im zarten Alter von 17 Jahren gerade eine Woche zuvor seine Südafrikanische Fluglizenz erhalten hatte.

Es war vielleicht nicht die Nachricht die ein Kleinflugzeug-Neuling hören wollte, aber wir versicherten ihr, dass Henrik schon mit sehr jungen Jahren seine ersten Flugerfahrungen sammelte, dass er mit seinem Vater einen Flug zum Nordpol erfolgreich navigierte, dass er öfters die Wildnis von Alaska in einer Supercub erkundet, und das er sein Handwerk unter den kritischen Augen der Skyafrica Fluglehrer gelernt hat. Für uns also ein sehr kompetenter Pilot. Gisela sah uns skeptisch an, aber vertraute uns. Dazu muss man sagen, dass alle Piloten schon einen Buschpiloten Kurs bei Skyafrica absolviert hatten und somit mit der Buschfliegerei vertraut waren.

Flugzeuge und Crew

ZS-FAI (PA28-235):
Piloten: Karl & Erika (SkyAfrica)
Passagier: Isolde
ZS-OHK (C-172)
Pilot: Henrik
Passagier: Gisela
ZS-FIJ (C-182)
Pilot: Helmut
Passagier: Reinhold

 

TAG 1: Brakpan nach Protea Ranch
Flugplanung und Preflight-Check beendet und unser Gepäck sicher verstaut, starten wir los. Es ist heute ein entspannter Eingewöhnungstag, und wir fliegen im losen Verband von unserem Flugplatz FABB über die goldenen Savannen der Springbok Flats zu der 1 Stunde entfernten Protea Ranch Lodge. Ein niederer Überflug verscheucht die Blesbok Antilopen von der Grasbahn und wir landen sicher.

Während unser Gepäck von den freundlichen Lodge-Mitarbeitern in unsere Zimmer gebracht wird setzen wir uns an die gemütliche Bar und genießen die ersten von vielen Gin & Tonics. Welcome to Africa! Übrigens…Gisela ist von ihrem Piloten begeistert!

ZS-OHK in FormationZS-OHK in Formation
Protea Ranch HotelProtea Ranch Hotel
SKY Flotte - Protea RanchSKY Flotte – Protea Ranch

TAG 2 – 3: Polokwane – Matopos
Nach einer erholsamen Nacht sammeln wir uns im Restaurant, um das üppige Frühstücksbuffet voll auszukosten. Es werden sogar ein paar kleine Pausenbrote für On-the-Road eingepackt. Mit vollem Bauch laufen einige den kurzen Weg vom Restaurant zur Lodge-eigenen Startbahn, und andere werden bequem mit einem Golf-Buggy hin und her chauffiert. Man will sich zu Beginn der Tour ja nicht zu sehr anstrengen!

Der erste Flug des Tages ist nur ein kurzer Sprung zum nahe gelegenen Polokwane Internationalen Flughafen (FAPP), wo wir die Ausreiseformalitäten ohne Probleme erledigen, die Tanks auffüllen, und nochmals die heutige Route besprechen.

OHK ready for take-off on run-up padOHK ready for take-off
FAPPFAPP
Routenplannung in PolokwaneRoutenplannung
Low-Level FAILow-Level Flying
Motopos GebirgeMotopos Gebirge
Grab von Cecil RhodesGrab von Cecil Rhodes

Wir starten auf Runway 01 und fliegen auf Flight Level 85 Richtung Nord-westen. Die Blouberge und den Soutpansbergzug hinter uns lassend, sind wir wieder über wildreichem Bushveld und überqueren den grünbewachsenen Limpopo Fluss, welcher die Nordgrenze von Südafrika zu Botswana, Simbabwe und Mosambik bildet. Begleitet werden wir von freundlichen Cumulus-Wolken die wir gelegentlich durchstoßen. Da wir auch vom Land was sehen wollen, entschließen wir uns die Flugfläche zu verlassen und auf 300 Fuß AGL zu gehen. Die Landschaft des südlichen Matabelelandes unter uns verändert sich stetig, vom relativ monoton-flachen Mopanibusch zu einer hügeligen Schönheit mit imposanten Felsformationen. Die FAI Besatzung beschließt sich diese etwas näher zu erkunden und fliegt Low-Level einem trockenen Flussbett entlang nach Norden.

Unsere Route führt uns in das Motopo Gebirge in ein Kontrastpanorama das stetig zwischen lieblichem Grünland und schroffem Granit wechselt. Wir fliegen das Mpopoma-Flusstal hoch. Links und rechts der Flügelspitzen erscheinen von Kuppe zu Kuppe rote „balancierende Felstürme“. Dann kreisen wir eine Ehrenrunde über die „World’s View„ – die letzte Ruhestätte von Cecil Rhodes, dem Staatsgründer Rhodesiens, heute Simbabwe. Der erste Sommerregen kündigt sich an und mit einigen Charlie Bravos nicht unweit hinter der Schwanzflosse setzt Erika die FAI sanft auf die 13 in FVBU.

JM Nkomo, der International Airport von Bulawayo (FVBU), der Hauptstadt von Matabeleland, ist neu und wurde von der neuen Kolonialmacht China als großherzige Geste errichtet. Die Beamten sind vom Stamm der Matabele, nett und korrekt. Einreise- und Zollformalitäten hinter uns, tanken wir voll, sichern die Flugzeuge, und am Parkplatz wartet schon Ushungublu unser Fahrer. Dann geht es mit Bus durch das Stadtzentrum von Bulawayo zurück in die Matopos Berge.

Das Straßensystem funktioniert hier etwas anders als in Europa. Es gibt nur einen dünnen Teerstreifen den sich beide Fahrseiten teilen. Falls man auf Gegenverkehr trifft manövriert man sein Auto so, dass nur ein Satz Reifen auf dem Teer und der andere im Sand fährt. Funktioniert einwandfrei, und man erspart sich viel Geld bei der Instandhaltung der Strasse, nicht der Autos.

Das Amalinda Camp ist ein wunderschönes Buschcamp in den Matopos. Die Unterkünfte sind in die großen Granitfelsbrocken hineingebaut, und wir genießen das gemütliche Ambiente am Lagerfeuer und an der Bar. Am späten Nachmittag machen wir einen kleinen Spaziergang zu einem Aussichtspunkt hoch über dem Camp, wo uns das Amalinda Team mit köstlichen Drinks verwöhnt während wir uns über den blutroten Sonnenuntergang in dieser traumhaftschönen Landschaft erfreuen. Am nächsten Tag machen wir uns im Geländewagen auf die Suche nach einer Herde Breitmaulnashörnern die sich in der Gegend aufhalten sollen. Begleitet werden wir von zwei mit AK47 bewaffneten Ranger, dessen Hauptaufgabe im Nationalpark es ist die Nashörner vor Wilderern zu beschützen. Zu Fuß machen wir uns durch den Busch auf die Pirsch und werden nach 30 Minuten fündig. Wir staunen über diese vorsintflutlichen Kolosse, die durch die asiatische Lust nach vermeintlichem Aphrodisiaken vom Aussterben bedroht sind. Zum Schutz werden ihnen die Hörner abgeschnitten, so dass nur ein kleiner Stumpen verbleibt. Diese wachsen jedoch nach.

Anschließend übersiedeln wir zur Big Cave Lodge, die ebenfalls in den Felsen gebaut worden ist. Wir sind heil froh darüber, dass unser Fahrzeug Vierradantrieb vorweisen kann, da wir sonst den steilen Anstieg über die glatten Steintrassen sicherlich nicht geschafft hätten. In den nächsten paar Stunden ist “chillen” angesagt, bis wir uns am späten Nachmittag wieder versammeln, um der Grabstätte von Cecil Rhodes einen Besuch abzustatten, welche auf einem Berg im Matopos-Gebirge, dem sogenannten World’s View, liegt. Es soll einer seiner Lieblingsorte gewesen sein, und Rhodes beschrieb es so: “The peacefulness of it all: the chaotic grandeur of it: it creates a feeling of awe and brings home to one how very small we all are.”

TAG 3 – 4: Hwange National Park
Tagesziel heute ist der Hwange Nationalpark, ca. 200km nordwestlich der Stadt Bulawayo gelegen. Mit seinen 14.651 km² ist Hwange der größte Nationalpark Simbabwes.

Alle Flugpläne in Zimbabwe müssen 24 Stunden vorher aufgegeben werden. Das hatten wir getan, so waren keine Formalitäten nötig und wir bekamen die Clearance zum Rollhalt 13 und „direct to Hwange“. Der Flug führt westlich entlang der Victoria Falls Bahnlinie, erbaut bei Cecil Rhodes der um 1890 seinen Traum einer Eisenbahnlinie von Kapstadt nach Kairo zu verwirklichen begann. Man muss sich das mal vorstellen: eine Strecke von über 100,00 Kilometern, und im Jahr 1905 war ein Drittel dieser Strecke schon Realität.

Eine Stunde nach Abflug von Bulawayo kontaktieren wir Hwange National Park Airport (FVWN) Approach auf 119.9 und bekommen Landeerlaubnis für Runway 26. Trotz Winter haben wir warme 27 Grad im Schatten und wieder einmal einen strahlend blauen Himmel. Schnell noch mal auf den Tower, um beim superfreundlichen Lotsen eine Flugplan abzugeben, und dann auf den offenen Landrover in dem unser Camp Manager Andrew kaltes Castle Pilsner gebunkert hat.

Die Fahrt zur Lodge wird schnell zur Pirschfahrt, und wir treffen auf Giraffen, witzige Vogelarten, Warzenschweine, Elefanten und Zebras. Die Hide Safari Lodge liegt direkt im Nationalpark und ist ein Zelt-Camp, jedoch mit Luxus-Faktor. Jedes Zelt hat einen wunderbaren Ausblick über eine Wasserstelle, wo sich den ganzen Tag über Tiere versammeln und ihren Durst löschen. Diesen Ausblick kann man sogar von der Badewanne oder Dusche bewundern, die beide im Freien stehen. Unsere Gastgeber sind freundlich und fürsorglich, und es fehlt uns an nichts.

Andrew hat unterirdisch einen Tunnel gebaut, die zu einer Art Bunker direkt am Wasserloch führen. Man findet sich umringt von Elefanten und Büffelherden, kann durch einen geschützten Schlitz ohne Bedenken diese Giganten bewundern wie sie trinken, sich baden und spielen, und man ist wortwörtlich eine Handlänge von ihnen entfernt. Ein wahres Highlight. Ein weiterer Höhepunkt waren die Löwenspuren die wir am nächsten Tag im Camp entdeckten. Eine Löwenmama mit ihren Cubs hat sich ein stilles Örtchen zum Übernachten gesucht. Wildnis pur!

Tag 5 – 6: Victoria Falls
Wir hatten uns so sehr auf den heutigen Flug gefreut, doch die afrikanische Politik hat uns ein wenig Sand ins Getriebe gestreut. Unser Flug sollte über eines der schönsten Naturwunder der Welt führen – nämlich Mosi-oa-Tunya (zu Deutsch: donnernder Rauch), oder besser als die Victoriafälle bekannt. Der Wasser-Sprühnebel der Fälle steigt oft in bis zu 300m Höhe und ist in bis zu 30 km Entfernung noch zu sehen.

Wir hatten uns so sehr auf den heutigen Flug gefreut, doch die afrikanische Politik hat uns ein wenig Sand ins Getriebe gestreut. Unser Flug sollte über eines der schönsten Naturwunder der Welt führen – nämlich Mosi-oa-Tunya (zu Deutsch: donnernder Rauch), oder besser als die Victoriafälle bekannt. Der Wasser-Sprühnebel der Fälle steigt oft in bis zu 300m Höhe und ist in bis zu 30 km Entfernung noch zu sehen.

Doch diese schöne Ansicht sollte uns dank SADC-Gipfeltreffen (South African Development Committee / Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika) verwehrt bleiben. Der Luftraum über den Wasserfällen war gesperrt aus Angst, dass den 16 präsenten allbeliebten Afrikanischen Regierungschefs etwas widerfahren könnte. Ob die bunten SkyAfrica Flugzeuge wirklich eine angsteinflößende Bedrohung waren bleibt fraglich, aber unser “SKY Formation requests Flight of Angels” wurde höflich abgelehnt und so landeten wir brav in Victoria Falls Airport (FVFA).

Unsere Gäste, Simone und Pierre, waren mit FIJ ein paar Wochen vor uns (und dem Gipfeltreffen) in Simbabwe und sie haben uns einige super Schnappschüsse von ihrem Flight of Angels geschickt. Diese Fotos habe ich hier hinzugefügt. Vielen Dank euch beiden.

Trotz des kleinen Rückschlags haben wir unsere Zeit in Victoria Falls voll ausgekostet. Die Wasserfälle haben wir zu Fuß erkundet, wir speisten fürstlich in dem altkolonialen Victoria Falls Hotel, kauften afrikanische Mitbringsel am Markt, und erlebten eine Pirschfahrt der anderen Art – nämlich auf dem Rücken eines Elefanten!

 

TAG 7 – 8: Lake Kariba
Den heutigen Flugplan hatten wir bei unserer Ankunft in FVFA zwei Tage zuvor bereits abgegeben damit wir heute früh losfliegen können, doch wieder einmal mischt sich der SADC Gipfel in unsere Pläne ein. Unser Gepäck durchleuchtet, machen wir uns auf den Weg zu unseren Flugzeugen als das Sicherheitspersonal uns stoppt. Der Präsident der Demokratische Republik Kongo sei auf Final Approach! Wir schauen amüsiert zu wie der Präsident eines der ärmsten Länder der Welt aus seiner privaten Boeing klettert als sei er Barack Obama in der Airforce One. Begrüßt wird er von traditionellen Afrikanischen Tänzern, einen Roten Teppich (natürlich!), und ein dutzend Mercedes Benz, Audis und Hummer Fahrzeugen die ihn und seine Delegation zur Konferenz führen soll. Der ganze Zauber dauert eine halbe Stunde, und dann endlich dürfen wir aufs Vorfeld.

Es erwartet uns heute eines der schönsten Flüge der gesamten Route. Nach Take-Off folgen wir dem mächtigen Sambesi Fluss, der über Jahrtausende tiefe Schluchten in die Landschaft geschliffen hat. In der Ferne sehen wir den Sprühnebel der Victoriafälle und verabschieden uns von diesem Naturwunder. Wir tauchen in die Schlucht hinein und genießen wie die Landschaft sich um jeder Flussbiegung langsam verändert bis die hohen Schluchtwände auf einmal weichen und die große Weite des Kariba Sees sich vor uns öffnet. Dieses Binnengewässer, mit seiner 280 km Länge, ist der fünftgrößte Stausee der Erde. Im Tiefflug gleiten wir über das glasklare Wasser und winken den freundlichen Fischerbooten und Hausbooten zu, die unter uns vorbei zischen. Es dauert nicht lang bis wir die ersten Elefanten und Nilpferde von der Luft aus entdecken. Traumhaft!

Nach 2.5 Stunden erreichen wir Fothergill Island (FVFG). Wir überfliegen die Landebahn, um sicherzustellen, dass keine Tiere sich darauf aufhalten, und Karl landet mit sanften Händen auf dem roten Boden. Per Boot werden wir auf die nahegelegene Spurwing Insel chauffiert und freundlich begrüßt. Der See sieht zum Schwimmen sehr einladend aus, aber dank der Vielzahl an Krokodilen und Nilpferden muss das Lodge-eigene Schwimmbad genügen. Doch eine Pirschfahrt im Geländewagen, einen Sundowner Cruise samt Gin & Tonics, wie auch eine Fishing Tour mit Motorboot in die Sanyati Schlucht, lassen wir uns nicht entgehen. Der Sonnenuntergang spiegelt sich im ruhigen Wasser und die Matusadona Berge leuchten im Abendrot. Nilpferde und Elefanten um uns herum scheinen sich nicht weiter an uns zu stören. Hier kann man die Seele baumeln lassen.

 

TAG 9 – 10: Mana Pools
Nach Take-Off von Fothergill lassen wir es uns nicht nehmen die Spurwing Island Lodge im Low-Level-Flug noch einmal zu überfliegen, um uns von den winkenden Angestellten zu verabschieden. Unsere erste Destination, Kariba Airport (FVKB), wird in 20 kurzen Minuten erreicht und hier füllen wir unsere Tanks für die nächste Etappe – Chikwenya Lodge im Mana Pools Nationalpark. Mana bedeutet in der Sprache der Shona „vier“, aufgrund der vier großen, auch in der Trockenzeit mit Wasser gefüllten alten Seitenarm des Sambesis.

Wieder folgen wir den sanften Kurven des Sambesi Flusses und nutzen die Gelegenheit im Formationsflug einige Luftaufnahmen von Helmut und der FIJ zu schießen. Nilpferdfamilien, die aus der Luft aussehen wie eine Ansammlung versenkter U-Boote, kühlen sich im Lee der Inseln. Elefanten grasen an den Ufern und riesige Baobab Bäume zeichnen dunkles Grün in eine braun-grau ausgetrocknete Landschaft. Der Boden im Sambesital ist ausgewaschen, nicht sehr fruchtbar, und für Viehwirtschaft ungeeignet. Zum Glück! Sonst würde es diese gigantische Landschaft nicht mehr geben.

Nach einer gründlichen Runway-Inspektion landen wir auf Richtung 13 der etwas ruppigen Bahn des Chikwenya Air Strips (FVCK). Flugzeuge werden gesichert und Dornenbüsche aus dem nahe liegendem Gestrüpp werden als Schutz um unsere Flugzeugreifen platziert, da für Löwen und Hyänen Gummi und Glasfiber eine Delikatesse zu sein scheint (kein Witz!)

Die Lodge ist wunderschön, vom Schwimmbad aus haben wir ein traumhaftes Panorama über den Sambesi Fluss und seine Tierwelt. In der Dunkelheit muss man von einem der Rangers zu den sehr privat gehaltenen Zimmern begleitet werden, da es schon mal vorkommen kann, dass ein Nilpferd oder Löwe sich zur gleichen Zeit wie wir auf den Heimweg macht.

Von den vielen Aktivitäten im Angebot entscheiden wir uns für eine geführte Wanderung im Nationalpark, die pünktlich um 6 Uhr früh startet. Pirschfahrten im Geländewagen machen viel Spaß und sollte man nicht missen, aber zu Fuß und als Teil der Natur den afrikanischen Busch zu erleben ist eine ganz besondere Erfahrung. Kaz ist heute unser Ranger und führt uns durch den Busch. Wir treffen auf Elefanten, Kudus, Eland (größte Antilope der Welt), Paviane, und eine seltsame Schleifspur, die unsere gemütliche Wanderung in eine Folge von Columbo verwandelt. Wir entscheiden uns diese Spur zu verfolgen. Kaz entsichert sein Gewehr und findet im Sand Leopardenspuren. Nach ca. 15 Minuten kommen wir an einem Ort der für Kaz die Sache klar macht. Zu den Leopardenspuren kommen auf einmal Hyänenspuren hinzu. Es sieht aus als hätten die Hyänen den Leoparden überfallen und seine Beute, ein Pavianmännchen, mit Gewalt gestohlen. Übrig blieben nur noch der Schwanz und Gebiss des Pavians. Ruhe in Frieden!

Trotz einer Großzahl von neuen Löwenspuren konnten wir diese auf unserer Wanderung nicht entdecken, doch nur kurz nachdem wir wieder im Camp waren informierte uns Kaz, dass die Löwen gesichtet wurden. Und zwar am Flugplatz! Wir hüpfen mit Kaz in den Geländewagen, und tatsächlich; weniger als 100 Meter von unseren Flugzeugen entfernt auf der gegenüberliegenden Seite der Landebahn liegen vier Löwen faul im Gestrüpp. Gut, dass wir ihnen beim Büsche-sammeln am Tag zuvor nicht begegnet sind.

Ein absolutes Muss ist eine Bootsfahrt auf dem Sambesi. Fischerangel mit und dann fängt man zuerst Goldbrasse der als Köder für den scharfzahnigen Tigerfish verwendet wird. Aber auch wenn einem das Petri Heil nicht hold ist spielt dies keine große Rolle. Ein eiskalter Gin & Tonic, rundum röhrende Nilpferde, langsam grasende Elefanten im Uferschilf und das kombiniert mit einem glutroten Afrikanischen Sonnenuntergang – mehr muss gar nicht sein.

 

TAG 11 – 12: Great Zimbabwe & FABB
Heute haben wir fliegerisch viel vor, und es wird unser längster Tag im Cockpit. Auf den Vorschlag, dass wir zur Abwechslung einen Pilotentausch machen könnten hat Gisela überhaupt keine Lust. Sie und Henrik sind in der OHK jetzt ein eingespieltes Team, und sie bleibt bei ihrem Piloten. Wir haben ihr zu Beginn der Reise über Henriks Flugkünste also nicht zu viel versprochen!

Beim einladen des Gepäcks und Preflight Check halten wir ein gutes Auge offen falls die Löwen sich noch in unserer Nähe aufhalten. Das Chikwenya Team hält Wache bis wir alle in der Luft sind. Ein letzter Aufwiedersehensvorbeiflug über dem Pool und weiter low-level dem Sambesi nach Osten bis zu den Bergen von nach Chewore, wo wir unseren Kurs in Richtung Charles Prince Airport (FVCP) ändern.

Wir steigen aus dem zerklüfteten Flusstal von 1,200 Fuß wieder hoch zurück auf 6,500 Fuß ins Highveld. Unter uns sind die Umrisse schöner Farmhäuser und Anlagen zu erkennen, die in ihren Blütezeiten geholfen haben die Wirtschaft aufrechtzuerhalten, Nahrung zu produzieren die viele Menschen mit Arbeit und Brot versorgt haben, jetzt aber heruntergekommen und zerstört sind. Ein trauriges Kapitel in Simbabwes Geschichte.

FVCP liegt im Mashonaland 8km nordwestlich von der Hauptstadt Harare, und wir landen nach 2.5 Stunden Flugzeit als SKY 1, SKY 2, SKY 3 Formation. Hier tanken wir und treffen uns kurz mit einem unserer früheren Starfluglehrer Mark Lister, der in der Zwischenzeit vom Vegetarier zum Fleischesser mutiert ist. Er begrüßt uns mit Biltong (eine Südafrikanische Delikatesse aus Trockenfleisch) und ein paar kühlen Getränken . Heute ist er Kapitän auf Beechcraft 1900 im Kongo.

Nach weiteren 1.5 Stunden erreichen die breite Bahn von Masvingo International Airport (FVMV). Masvingo, früher als Fort Victoria bekannt, ist die älteste koloniale Stadt in Simbabwe und ein Verkehrsknotenpunkt. Wir sichern unsere Flugzeuge und fahren zu den 30 km entfernten Groß Simbabwe (Great Zimbabwe). Diese Ruinenstadt war einstmals der ehemalige Hauptumschlagsplatz des Königreichs Monomatapa, die ihre Blütezeit im 15ten Jahrhundert hatte, wo über den Lundi und Save Fluss reger Handel mit der portugiesischen und arabischen Welt betrieben wurde. Sie gilt als der größte vorkoloniale Steinbau südlich der Sahara, und nach ihr wurde der Staat „Zimbabwe“ genannt. Lange Zeit wurde der Ort als Heimat der Königin von Saba gedeutet, doch heute streiten sich die Experten immer noch über die Entstehung dieser Stadt.

Zum Abflug treffen wir auf „Guti“ – in der Gegend der übliche Ausdruck für leichten Regen und Wolken die auf den Granithügeln aufliegen. Sieht nicht sehr dick aus und blaue Himmelsfetzen scheinen durch, also fliegen wir in 600 Fuß südwestlich nach Buffalo Range (FVCZ). Der ATC freut sich immer wieder über die farbigen Skyafrica Flugzeuge und begrüßt uns herzlichst schon am Funk. Hier erledigen wir die Ausreiseformalitäten und holen ein letztes Mal US Dollars aus der Tasche, um unser Avgas und die Landegebühren zu bezahlen. Es wird uns bewusst, dass sich unsere wunderbare Simbabwereise langsam dem Ende nähert, aber das Universum versucht unsere Heimkehr hinauszuzögern indem es uns einen starken Gegenwind schickt der die Ground Speed in der PA28 von 150 Knoten am Tag zuvor auf magere 90 Knoten wandelt.

Wir überqueren den Limpopo Fluss, sehen unter uns die erfolgreich bewirtschafteten Südafrikanischen Farmen und erinnern uns, dass es vor 15 Jahren in Simbabwe auch noch so aussah. Nach 2.2 Stunden landen wir in Polokwane (FAPP) und reisen offiziell wieder in Südafrika ein. Kurz vor 17.00 Uhr landen alle drei Flugzeuge sicher zurück auf unserer Homebase FABB – Benoni Brakpan Airfield.

Als krönenden Abschluss einer tollen Reise gratulieren wir Henrik zur bestandenen Südafrikanischen Fluglizenz und überreichen ihm seine Urkunde. Die Fliegergemeinschaft hat einen guten Kamerad gewonnen, und die Comm Lizenz folgt bestimmt bald.

Mashonaland Farewell!
Svakanaka shamwari

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